Der Weg ist das Ziel

Im Mittelpunkt soll der Suchtkranke stehen.
Angehörige und Co-Abhängige sind uns willkommen. Sucht ist eine Familienkrankheit. Unser gemeinsames Wohlergehen hat höchste Priorität.

Das von uns vorgestellte Konzept ist in dieser Form nicht als endgültig zu betrachten. In der aktuellen Arbeit mit den Suchtkranken und Angehörigen werden sich neue Bedürfnisse und Perspektiven ergeben, auf die im Rahmen der Grundzüge des Konzeptes ein flexibles Eingehen möglich wird.

Die Suchtkrankenhilfe Bad kreuznach

“heute trinke ich keinen Alkohol. Was morgen ist, weiß ich nicht. Es geht darum heute nichts zu trinken.”

Suchtkrankenhilfe e.V. Ist ein Verein, der sich aus suchtkranken und deren Angehörigen zusammensetzt. In gemeinsamer Runde werden Probleme und Sorgen des Alltages besprochen und wie man diese bewältigen kann. Wir versuchen durch Gespräche in der Gruppe uns gegenseitig Hilfe zu geben. Daraus können wir uns stärken und mit der Suchtproblematik besser umgehen.
Egal ob Alkohol, Drogen, Medikamente oder andere Suchtprobleme, in unserer Runde haben wir immer ein offenes Ohr. Die Schwelle in eine angenehmere Zukunft braucht nur von dir überschritten werden. Probiere es aus und besuche uns doch einmal. Komm' einfach vorbei und lass dich überraschen.

Gruppenregeln

  • Was in der Gruppe gesprochen wird, bleibt in der Gruppe. Außenstehenden gegenüber wird Stillschweigen bewahrt.
  • Alle Gruppenmitglieder sind gleichgestellt.
  • Wir reden uns mit „Du“ und dem Vornamen an.
  • Es redet stets nur einer zurzeit. Für einen Redewunsch melden wir uns. Der Moderator erteilt das Wort.
  • Wir gehen ehrlich und offen miteinander um.
  • Jedes Gruppenmitglied bestimmt über sich selbst.
  • Jedes Gruppenmitglied geht um seiner selbst willen in die Gruppe.
  • Wenn jemand während des Gruppengesprächs den Raum verlassen muss, so tut er dies sehr leise; insbesondere verbieten sich Gespräche im Flur oder vor der Tür.
  • Die Teilnahme ist kostenlos.
  • Die Moderation kann freiwillig jedes Gruppenmitglied im wöchentlichen Wechsel übernehmen.

Gesprächsregeln

Zu Beginn der Gruppensitzung wird eine Blitzlicht-Runde durchgeführt. Jeder kommt reihum kurz zu Wort und berichtet in 2 bis 3 Sätzen über die vergangene Woche und über die augenblicklichen Gefühle und Erwartungen. Es beginnt derjenige, dem es zurzeit besonders schlecht geht. Es folgt eine Feedback-Runde.

Für den Feedback-Gebenden gilt:
  • Sage, was das Verhalten/die Aussage des anderen bei dir an Gefühlen ausgelöst hat. Sprich dabei in der Ich-Form und vermeide „man“ oder „wir“.
  • Beschreibe so oft wie möglich konkretes Verhalten und konkrete Situationen.
  • Beziehe dich auf konkrete Einzelheiten, Beobachtungen, der Hier-und-Jetzt-Situation.
  • Äußere deine Wahrnehmung kurz nach der Situation.
  • Biete deine Wahrnehmungen nur an.
  • Räume ein, dass du dich möglicherweise irrst.
  • Gib auch positives Feedback. Sag‘ dem anderen ganz konkret, was du an ihm magst.
  • Biete lösungsorientierte Verhaltensalternativen an: „ich hätte mir gewünscht, dass …“ / „ich hätte mehr Spaß gehabt, wenn …“ / „ich denke, es wäre zielführender, wenn …“
  • Formuliere dein Feedback angemessen; beachte die Verfassung des anderen.
  • Verallgemeinere deine Empfindungen und Ansichten nicht: o Nicht: „der Anfang war wirklich gut“ o Besser: „auf mich wirkte der Anfang gut“
  • Schreibe anderen keine Eigenschaften zu.
    o Nicht: „Was du gemacht hast war gut/schlecht/klug/dumm“
    o Besser: „bei mir hat dein Verhalten … ausgelöst“
  • Gib niemals Ratschläge:
    o Nicht: „Du hättest mehr Fragen stellen sollen“
    o Besser: „Ich hätte an dieser Stelle mehr Fragen gestellt“

  • Für den Feedback-Nehmenden gilt:
  • Höre zu und versuche das Feedback als hilfreiche Information anzunehmen.
  • Lass‘ den anderen ausreden. Du weißt erst, was der andere sagen will, wenn er zu Ende gesprochen hat.
  • Versuche dich zu entspannen. Die Äußerungen des anderen geben lediglich seine Ansichten wieder.
  • Vermeide Entschuldigungen.
  • vermeide Rechtfertigungen.

  • Für den Feedback-Gebenden und den –Nehmenden gilt:
  • führt keine Zwiegespräche.
  • nehmt die Informationen auf und versucht bestmöglich mit ihnen umzugehen.
Zum Ende der Gruppensitzung wird eine weitere Blitzlicht-Runde durchgeführt. Jeder kommt reihum kurz zu Wort und berichtet über die augenblicklichen Gefühle. Nach Abschluss der Schluss-Runde ist das Gruppengespräch beendet.